Die Residenzstadt Neustrelitz baut ihr Sirenennetz mit dem Ziel einer flächendeckenden Warnung weiter aus. Bis zum Jahr 2027 sollen insgesamt 11 Sirenen rund 95 Prozent der Neustrelitzer Bevölkerung erreichen.
Bereits vorhanden sind vier Sirenen: in der Louisenstraße, Schulstraße, Strelitzer Straße sowie in Klein Trebbow. Vier weitere, durch das Land und den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geförderte Sirenen, wurden in Rudow, Kalkhorst, Kiefernheide und im Bereich der Useriner Straße errichtet. Diese sollen am 01.04.2026 in Betrieb gehen und zusätzliche Stadtgebiete einschließlich Zierke abdecken. Eine mobile Warneinheit ist ebenfalls vorgesehen. Weitere Sirenen sind bis 2027 an den Standorten Carl-Meier-Straße, Hohenzieritzer Straße, Rummelplatz und in Fürstensee geplant.
Was bedeuten die unterschiedlichen Sirenen-Tonfolgen?
Warnung der Bevölkerung vor ernsten Gefahren
(auf- und abschwellender Sirenenton für ca. 1 Minute)
Bedeutung: Aufforderung, Radio oder Fernseher einzuschalten bzw. eine Notfall-, Informations- und Nachrichten-App (z. B. NINA) zu nutzen und die Durchsagen zu beachten. Den Anweisungen der Behörden ist Folge zu leisten.
Entwarnung
(gleichbleibender Sirenenton für ca. 1 Minute)
Bedeutung: Entwarnung der Bevölkerung nach einer vorhergehenden Warnung.
Feuerwehralarm
(dreimaliger Sirenenton von jeweils 12 Sekunden mit 12 Sekunden Pause, insgesamt ca. 1 Minute)
Bedeutung: Alarmierung der Feuerwehreinsatzkräfte zu einem Einsatz.
Sirenenprobe
(Sirenenton für ca. 15 Sekunden)
Bedeutung: Technische Funktionsprobe; für Bevölkerung und Einsatzkräfte ergeben sich keine Handlungsanweisungen.
In Notlagen nutzen die zuständigen Stellen verschiedene Warnmittel. Über das vom Bund betriebene Modulare Warnsystem (MoWaS) werden Warnmeldungen unter anderem über Sirenen, Radio, Fernsehen, Internet, Mobilfunk, Warn-Apps, digitale Anzeigetafeln sowie weitere Endgeräte verbreitet. Der parallele Einsatz mehrerer Kanäle erhöht die Ausfallsicherheit.
Für Smartphones stehen Apps wie KATWARN, BIWAPP und die bundesweite App NINA zur Verfügung. NINA bündelt Warnungen aus verschiedenen Systemen, bietet Notfallhinweise und kann SOS-Nachrichten versenden. Zudem ermöglicht Cell Broadcast die direkte Warnung aller eingeschalteten Mobiltelefone innerhalb einer Funkzelle, ohne dass eine App installiert werden muss.
Hintergrund
Da Mobilfunknetze bei Überlastung eingeschränkt sein können und nicht alle Menschen digitale Angebote nutzen, bleiben Sirenen nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Bevölkerungswarnung. Sie sind unabhängig vom Stromnetz gepuffert, erreichen große Teile der Bevölkerung und können auch aus dem Schlaf wecken. Ausgelöst werden sie über die Rettungsleitstelle des jeweiligen Landkreises. Mobile Sirenen mit Lautsprecherdurchsagen ergänzen die Warnung insbesondere in abgelegenen Gebieten.
Sirenen ergänzen die bestehenden Warnsysteme und ersetzen diese nicht. Nur ein ausgewogener Mix verschiedener Warnmittel gewährleistet eine möglichst hohe Erreichbarkeit der Bevölkerung. Die Residenzstadt Neustrelitz empfiehlt daher, sich mit allen verfügbaren Warnsystemen vertraut zu machen.