Am 14.07.2025 fand im Neustrelitzer Kulturquartier eine öffentliche Informationsveranstaltung statt, in der die aktuellen Planungsstände zur Rekonstruktion und Neufassung des Neustrelitzer Schlossturms vorgestellt wurden. Dazu hatten die Residenzstadt Neustrelitz und der Residenzschlossverein Neustrelitz e.V. die Stadtvertretung, Vereinsmitglieder sowie Bürgerinnen und Bürger eingeladen.
Mit dem Vorhaben wird eine bauliche Gestaltung des Schlossberges, auf dem sich einst das Residenzschloss von Neustrelitz befand, in Erwägung gezogen. Dabei wird vorgesehen, den Schlossturm in seiner äußerlichen Gestaltung nach historischem Vorbild, und in seiner Funktion als Ausstellungs- und Aussichtsturm, am ursprünglichen Standort, neu zu bauen.
Hierzu wurde im Jahr 2021 durch das Büro mkk-Architekten GmbB aus Schwerin eine bauliche Vorplanung und ein Grobkonzept für die Ausstellung erarbeitet, das thematisch die Demokratiegeschichte von Mecklenburg-Strelitz beinhaltet.
Am 16.05.24 fasste die Neustrelitzer Stadtvertretung einen Beschluss, mit dem die bauliche Vorplanung bis zur detaillierteren Entwurfsplanung weitergeführt werden sollte. Damit war das Ziel verbunden, exaktere Angaben zu den Baukosten für weitere Entscheidungen zu bekommen. Auch sind die Planungsunterlagen für einen qualifizierten Fördermittelantrag erforderlich. Für die Erarbeitung wurde das Büro mkk-Architekten GmbB durch die Stadt beauftragt.
Weiterhin wurde beschlossen, dass in dem Schlossturm die Demokratiegeschichte von Mecklenburg-Strelitz als Dauerausstellung wiedergegeben werden soll und dazu ein wissenschaftlich fundiertes Ausstellungskonzept durch ein Büro zu erarbeiten ist. Mit der Erarbeitung wurde die musealis GmbH aus Weimar beauftragt. Für die Erstellung hatte der Residenzschlossverein Fördermittel bei der Bundesstiftung „Orte der Demokratiegeschichte“ beantragt und bewilligt bekommen. In Abstimmung mit der Stadt war der Verein auch Auftraggeber.
In der Veranstaltung im Kulturquartier stellte der Architekt Frank Kirsten von mkk-Architekten GmbB die abgeschlossene Entwurfsplanung für das Bauwerk vor. Dem schloss sich Andreas Feddersen von der musealis GmbH mit seiner Vorstellung des Ausstellungskonzeptes an.
Detailliertere Bauplanung und gestiegene Baukosten
Die erarbeitete Bauplanung sieht vor, dass der Schlossturm eine Höhe von 52,60m aufweist. Es sind 5 Ausstellungsebenen und eine Aussichtsebene vorgesehen. Für die barrierefreie Erreichbarkeit aller Ebenen ist ein Aufzug integriert. Die Nutzfläche des Schlossturms beträgt ca. 295m². Die Fassadengestaltung orientiert sich am historischen Schlossturm, in der sich viele und gestalterisch anspruchsvolle Sandsteinelemente einfügen. Bedingt, dass der Turm ursprünglich als Erweiterung errichtet wurde und als Verbindungsbau fungierte, sind die betreffenden Fassadenflächen in dem Entwurf abgesetzt. Die aktuelle Planung berücksichtigt nun auch die Brandschutzplanung, Tragwerksplanung und Elektroplanung.
Die Baukosten wurden nach der Vorplanung in 2021 auf ca. 7,4 Mio. Euro beziffert. Eine Aktualisierung erfolgte in 2023. Bedingt der allgegenwärtigen Baukostensteigerungen und Planungspräzisierung belief sich die Kostenschätzung in 2023 auf ca. 9,5 Mio. Euro. Mit der Erarbeitung der Entwurfsplanung erfolgte die weitere Präzisierung und vertiefende Bauplanung. Im Ergebnis weist die derzeitige Kostenschätzung eine Gesamtinvestition von ca. 12,8 Mio. Euro aus. Große Kostenfaktoren sind die Wiederherstellung der historischen Sandsteinfassade und die Konstruktion der Turmkuppel.
Für das Vorhaben wurden erste Voranträge für Fördermittel gestellt. Aktuell stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern 3 Mio. Euro und der Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) 3,6 Mio. Euro Fördermittel in Aussicht. Für eine abschließende Prüfung und Bewilligung müssen bis zum 31.12.2026 qualifizierte Fördermittelanträge eingereicht werden. Unter Berücksichtigung der in Aussicht gestellten Fördermittel beliefe sich der Eigenanteil der Stadt für die Umsetzung des Vorhabens aktuell bei ca. 6,2 Mio. Euro.
Voraussetzung für eine Förderung durch das BKM ist ein Projekt nationaler Bedeutung. Dem soll das Ausstellungskonzept und die enthaltene Demokratiegeschihte von Mecklenburg-Strelitz Rechnung tragen.
Konzept einer Ausstellung zur Demokratiegeschichte von Mecklenburg-Strelitz
Die Residenzstadt Neustrelitz ist ein offizieller „Ort der Demokratiegeschichte“ in der Bundesrepublik Deutschland. So wurde 1919 im Neustrelitzer Schloss die erste demokratische Landesverfassung in Deutschland verabschiedet. Vor dem Hintergrund steht das Ausstellungskonzept unter dem Titel „Aufstieg zur Demokratie“ und erzählt die Demokratiegeschichte von Mecklenburg-Strelitz ab der Revolution von 1948/49. Der Verfasser, die musealis GmbH, hat sich bei der Ausarbeitung an die Flächen und Ebenen im Entwurf des Schlossturms stark orientiert bzw. die szenografischen Merkmale an die räumlichen Bedingungen konzeptionell zugeschnitten. Über 5 Ausstellungsebenen sollen Themen zur Demokratie an einem roten Faden präsentiert werden.
Im Erdgeschoss (Ausstellungsebene 0) befindet sich der Empfangsbereich. Inhaltlich wird die Ebene mit der Grundsatzfrage „Was ist Demokratie?“ inszeniert.
Die erste Ausstellungsebene im 1. Obergeschoss widmet sich den historischen Wurzeln der Demokratie und den frühen demokratischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts – mit einem besonderen Fokus auf der Region Mecklenburg-Strelitz.
Die zweite Ausstellungsebene im 2.OG Obergeschoss stellt die Umbruchszeit 1918/19 in den Fokus und wirft vorrangig Fragen der Verantwortung und Vielfalt auf. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Transformation von der ständischen Herrschaft zur parlamentarischen Demokratie in Mecklenburg-Strelitz.
Die dritte Ebene im 3. Obergeschoss beleuchtet die Zerschlagung demokratischer Strukturen während des Nationalsozialismus, die Einschränkung politischer Rechte in der DDR sowie die Ambivalenzen von Demokratie und Diktatur.
Die vierte Ebene im 4. Obergeschoss der Ausstellung, das „Labor der Demokratie“, stellt die zentralen Werte der Demokratie gemeinsam in den Mittelpunkt und bietet den Besucher*innen die Möglichkeit, aktiv an demokratischen Prozessen mitzudenken.
Im fünften Obergeschoss (Aussichtsebene) – das höchste, das Besucher und Besucherinnen per Treppenaufgang oder mit dem Aufzug erreichen können – steht im Zentrum des Erlebens der Ausblick auf den umliegenden Schlossgarten und das Stadtpanorama Neustrelitz’.
Für den Betrieb und die Bewirtschaftung des Schlossturms bedarf es eines auszufertigenden Betreiberkonzeptes. Neben den Baukosten müssen laufende Kosten für die bauliche Unterhaltung und die Bewirtschaftung zur Sicherstellung des Ausstellungsbetriebes bedacht werden. Diese Folgekosten sind aktuell noch nicht abschließend beziffert.
Bürgerinnen und Bürger können sich zu dem Projekt äußern
Für eine Fortführung des Projektes und weitere Planungsschritte sind in den kommenden Monaten die entsprechenden Entscheidungen in der Stadtvertretung zu treffen und zu beschließen. Gleichwohl sollen auch die Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit bekommen, sich zu dem Vorhaben schriftlich zu äußern – unabhängig davon, ob sie den Turmbau befürworten oder ablehnen.
Gern können sie Ihre Meinungen, Hinweise und Anmerkungen an die von der Stadtverwaltung eingerichtete E-Mail-Adresse schlossturm@neustrelitz.de senden. Natürlich können auch über die Postanschrift der Stadtverwaltung Hinweise schriftlich eingereicht werden. Unter Berücksichtigung der weiteren Entscheidungen, ist der Abgabeschluss der 30.09.2025. Die Hinweise werden datenschutzkonform verarbeitet.
Nähere Informationen stehen für Sie rechts im Upload Bereich zur Verfügung.
Susanne Mueller-Bohley
Mitarbeiterin Touristinformation
03981 4534-107
touristinformation@neustrelitz.de
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