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Buttel gestaltete Kirche und Rathaus als Ensemble - Farbkonzept zur Rathaussanierung lehnt sich an das Original an


Die Gerüste an der Fassade des Rathauses zeugen vom Fortschritt der Sanierungsarbeiten. Die Architektengemeinschaft Wuttke/Zschoyan hat inzwischen auch das Farbkonzept für das von Landesbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel errichtete prägnante klassizistische Bauwerk im Ausschuss für Bau und Stadtentwicklung vorgestellt.




Die voran gegangenen denkmalpflegerischen Bestandsuntersuchungen haben nach Auskunft von Architekt Reinhold Wuttke zu „hochinteressanten und überraschenden Ergebnissen“ geführt.


Bekanntlich hatte Buttel den Turm der Stadtkirche und das Rathaus im 19. Jahrhundert im Abstand von nur zehn Jahren entworfen und umgesetzt. Jetzt konnten die Fachleute anhand originaler Steinbefunde nachweisen, dass Buttel für das Rathaus genau wie für die Stadtkirche einen rötlich-ockerfarben Putz bestimmt hatte. Dem Putz war damals Ziegelmehl beigemengt worden. Mit einem dunklen Terrakotta-Rot waren auch wesentliche Gesimsbereiche und Formsteine an beiden Gebäuden ursprünglich von gleicher Farbe. Einige Fassadenteile, wie am Vorbau des Rathauses und am Turm der Stadtkirche, ließ der Baumeister außerdem unverputzt wirken. „Das Vorgefundenen war für uns eine große Überraschung. Es belegt, dass Buttel mit der Fassadengestaltung von Stadtkirchturm und Rathaus eine Ensemblewirkung beabsichtigt hatte, die dann im Laufe der Jahre verloren gegangen ist“, erläuterte Wuttke den Stadtvertretern.




Jetzt soll die Buttelsche Gesamtkonzeption wieder Grundlage der Rathaussanierung werden. „Die städtebauliche Gesamtwirkung wird ein Riesengewinn für die Stadt sein und weit über die Stadt hinaus wirken“, erklärte Wuttke.


Der Vorschlag der Architekten beinhaltet deshalb, das Rathaus mit einem rötlich-ockerfarbenen Anstrich zu versehen. Gesimsbereiche sollen mit einem dunklen Terrakottaton hervorgehoben werden. Auch die Postamente werden sich dunkelrot darstellen. Um die Wirkung zu unterstreichen, sollen die Fensterrahmen zurückhaltend hellgrau mit leichter grünlicher Beimischung gestrichen werden. Die Rathaustür erhält einen hellgrünen, die Gitter auf dem Vorbau einen dunkelgrünen Anstrich. Das Gebäude neu zu verputzen, ist aus Kostengründen nicht vorgesehen. Auch Terrakotten am Vorbau, die teilweise durch einen früheren Brand geschädigt worden sind, wären nur mit großem Aufwand als Formsteine wieder herzustellen. Deshalb werden auch sie gestrichen.


Jürgen Zschoyan betonte gegenüber dem STRELITZER ECHO, dass allein schon die terrakottafarbig hervorgehobenen Elemente des Rathausvorbaues und des Kirchturmes die Ensemblewirkung der beiden marktprägenden Buttel-Bauten hervorrufen werden. Außerdem werde die farbliche Ähnlichkeit der Fassaden gegenüber den Wohn- und Geschäftshäusern am Markt deutlich hervortreten. Obwohl die Stadtkirche nach dem 2. Weltkrieg sandfarben verputzt wurde, gebe es auch an diesem Gebäude noch heute sichtbare Bereiche des Ursprungsputzes.




Dass die Zeiten des gelben Rathauses vorbei sein sollen, rief bei den Ausschussmitgliedern unterschiedliches Echo hervor. Während Vertreter von SPD und PuLS/Bündnisgrüne das in DDR-Tagen aufgetragene Gelb ohnehin eher als „Zufallsprodukt“ betrachteten und nun dem geschichtlichen Ursprung folgen wollten, sprachen sich Vertreter der CDU und PDS für die Einbeziehung de Öffentlichkeit in die Diskussion aus. „Das neue Farbkonzept bringt uns ein ganz neues Rathaus“, sagte Ausschussvorsitzender Ernst August von der Wense (CDU).


Reinhold Wuttke und Jürgen Zschoyan legten dar, dass das letzte Wort zum Einzeldenkmal Rathaus im Einvernehmen mit der Denkmalpflege gesprochen werden muss. Die Farbe Gelb würde dem klassizistischen Baustil fachlich gesehen allerdings nicht entsprechen. Eine andere – jedoch städtebaulich und denkmalpflegerisch schlechtere - Alternative zur Anlehnung an den Entwurf Buttels würde ein Anstrich in einem schlichten Ocker ohne rote Absetzungen sein, wie er in einer früheren Umbauphase einmal vorhanden gewesen sei.


Voraussichtlich Mitte Oktober soll die Rathausfront am Markt mit einem Probeanstrich versehen werden. Dann werden die Fachleute den genauen Farbton bestimmen und die Öffentlichkeit einen ersten Eindruck von der neuen Rathausfassade und ihrer Wirkung im Zusammenspiel mit der Stadtkirche erhalten können.

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