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Mit den Augen des Fußgängers durch die Stadt


Neustrelitz ist eine von zwölf Modellstädten, die durch den Fachverband Fußverkehr in Deutschland, Fuß e.V., bei der Gestaltung guter Bedingungen für das Zufußgehen in der Stadt unterstützt werden. Nach achtmonatiger Beratung wurden jetzt die Ergebnisse vorgestellt. Nach einem Workshop in der Verwaltung und einem öffentlichen Fußverkehrs-Check stellten sich besonders drei Schwerpunkte in der Innenstadt heraus. 

Der Marktplatz als zentraler Ort und „gute Stube“ der Stadt bedarf einer besseren Verkehrsorganisation, so das Ergebnis der öffentlichen Beteiligung beim Stadtrundgang im Oktober.  Der  Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V.  schlägt eine Umwidmung zu einem „verkehrsberuhigten Bereich“  vor. Im Rahmen der bereits begonnen Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans soll der Vorschlag „Ausweisung des Marktplatzes als verkehrsberuhigten Bereich“ in die Diskussion und Abstimmung mit den beteiligten Behörden eingebracht werden, so die Fußverkehrs-Experten. Dies könnte zu einer deutlichen Reduzierung  des Kfz-Verkehrs auf dem Marktplatz führen. Eine ergänzende Maßnahme könnte die Ausbildung einer Furt mit glattem Pflasterbelag an den Einmündungen der „Sternstraßen“ sein, wie es im Zuge der Planungen für die Baumaßnahme Glambecker Straße auch bereits vorgesehen ist.

„Wir möchten mit der zurzeit laufenden Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes Vorschläge machen, die den Gesamtzusammenhang betrachten. Dabei möchten wir niemanden ausschließen, aber den reinen Durchgangsverkehr einschränken und eine Verkehrsberuhigung erreichen.“, erklärte Axel Zimmermann, Amtsleiter für Stadtplanung und Grundstücksentwicklung.  

Kritisch für Fußgänger ist außerdem die Querung der Friedrich-Wilhelm-Straße auf Höhe  Marienstraße. Eigentlich sollen die Fußgänger hier zum Kreisel Tiergarten geleitet werden, um die Fahrbahn sicher zu überqueren. Das geschieht jedoch in der Praxis häufig nicht, sondern Fußgänger überspringen die Absperrketten gegenüber der Marienstraße.  Der vom Fuß e.V. vorgelegte Vorschlag, die Querung an besagter Stelle mithilfe einer Mittelinsel zu erleichtern und zugleich sicherer zu gestalten, wurde von der Verwaltung ebenfalls positiv aufgenommen. Die Situation soll nun erneut überprüft werden.

Dritter Schwerpunkt ist die Parkplatzzufahrt an der Friedrich-Wilhelm-Straße zum Husarenmarkt.  Hier sollte nach Einschätzung von Fuß e.V.  die jetzige Gehwegüberfahrt, die unter Umständen auch als einmündende Straße interpretiert werden könnte, eindeutiger gestaltet werden. Ob der Vorrang der Fußgänger durch eine Haltelinie oder eine andere Beschilderung kenntlich gemacht wird, soll jetzt weiter diskutiert werden.

Darüber hinaus wurden weitere, für die Förderung des Fußverkehrs in Neustrelitz relevante Themen aufgegriffen. Dazu gehört das Radfahren auf Gehwegen. „Die häufige Benutzung der Gehwege durch Radfahrer scheint nicht auf bestimmte Bereiche begrenzt, sondern eine stadtweite Problematik darzustellen. Im Gespräch wurde deutlich, dass eine mangelhafte Rücksichtnahme unter den verschiedenen Verkehrsteilnehmern herrscht, was besonders zu Lasten der Fußgänger geht. Ziel muss es sein, den Radverkehr in der Innenstadt weitestgehend auf die Fahrbahn zu bekommen und zur Unterstützung dessen die Geschwindigkeitsbegrenzung für den Kfz-Verkehr im Stadtzentrum auf Tempo 30 zu reduzieren.“, so die Auswertung der Experten.

Mit den Augen des Fußgängers wurden außerdem die Gestaltung von Grundstückszufahrten oder die Querung der Louisenstraße auf Höhe Carolinum betrachtet.  Zu mehr Rücksichtnahme für Fußgänger raten die Experten außerdem an zahlreichen Borsteinabsenkungen. Diese sollen eigentlich der Barrierefreiheit dienen, werden aber durch Kfz-Fahrer zum Befahren des Gehwegs benutzt. Hier helfe nur eine Sensibilisierung der Autofahrer durch Verkehrserziehung und mehr Kontrollen, hieß es. 

„Wir werden die Hinweise der Untersuchungen jetzt innerhalb der Verwaltung und mit der Polizei besprechen. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Maßnahmen umzusetzen.  Dabei muss auch die Stadtvertretung einbezogen werden. Kleinere Änderungen können auch schnell vorgenommen werden.“, erklärte der Dezernent für Stadtentwicklung und Bau Karsten Rohde. Im Zuge der anstehenden Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplan bieten die Vorschläge des Fuß e.V. eine Chance, die Stadt in absehbarer Zeit fußverkehrsfreundlicher zu gestalten. Anregungen sollen auch in spätere Maßnahmen für andere Stadtteile einfließen. (SE)

Weitere Informationen unter www.fussverkehrsstrategie.de – Modellstädte – Neustrelitz


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