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Stadtvertretung beschließt Beteiligung an Klärschlammkooperation


Die Stadtvertretung hat am 31. Januar mehrheitlich die Beteiligung der Stadt Neustrelitz an der Klärschlamm-Kooperation Mecklenburg-Vorpommern GmbH (KKMV) beschlossen. Die KKMV wurde von 15 abwasserbeseitigungspflichtigen Körperschaften gegründet. Die Neubrandenburger Wasserbetriebe GmbH und die Stadt Neustrelitz sollen nachträglich aufgenommen werden. Die KKMV wurde mit dem Ziel gegründet den Klärschlamm der Gesellschafter in einer eigenen Mono-Verbrennungsanlage zu verwerten. Die Anlage soll voraussichtlich 2021/ 2022 den Betrieb in Rostock aufnehmen.

Dem Beschlussvorschlag der Verwaltung waren umfangreiche Prüfungen möglicher Alternativen für den Neustrelitzer Klärschlamm vorausgegangen. Dabei wurde der Bau einer eigenen Mono-Verbrennungsanlage in der Stadt als unwirtschaftlich verworfen. Der Hauptausschuss hatte sich im Oktober vorigen Jahres dafür ausgesprochen, zusätzlich die Verbrennung von Klärschlamm im Biomasse-Heizkraftwerk Kiefernheide zu prüfen. Damit hatte die Stadt einen Gutachter beauftragt. Im Ergebnis der Prüfung wurde festgestellt, dass dafür das Biomasse-Heizkraftwerkes  gemäß der Anforderungen an eine Müllverbrennungsanlage umgebaut werden müsste. Abgesehen vom hohen Kostenaufwand ließe sich in Kiefernheide auch die ab 2023 gesetzlich geforderte Phosphorrückgewinnung nicht realisieren. Die Vorgaben der Phosphorrückgewinnung und die gesetzlichen Regelungen in Mecklenburg-Vorpommern schließen ebenfalls eine Kompostierung des Klärschlamms aus, wie der Dezernent für Stadtentwicklung und Bau Karsten Rohde bereits am 22. Januar im Fachausschuss erläutert hatte. Eine Trocknung vor Ort ist auch zu teuer. Gegen eine Entsorgung zum Beispiel in einem Zementwerk sprechen mangelnde Abnahmesicherheit und weite Wege.

„Die langfristige Entsorgungssicherheit zu einem vernünftigen Preis hat für uns oberste Priorität.“, argumentierte Karsten Rohde.

Die KKMV gewährleistet diese langfristige Entsorgungssicherheit und die Möglichkeiten des Phosphor-Recyclings. Als Gesellschaft öffentlicher Körperschaften wird sie nach dem Solidarprinzip organisiert– jeder bezahlt den gleichen Preis für Transport und Verbrennung. Es kann mit stabilen und markunabhängigen Entsorgungspreisen gerechnet werden, was auch eine klare Berechenbarkeit der Abwassergebühren mit sich bringt, da das Unternehmen in nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. Die kontinuierliche Abfuhr führt außerdem zur Minimierung des Zwischenlagers auf der hiesigen Kläranlage. Der Transportaufwand soll durch eine dezentrale Vortrocknung verringert werden.

In der Kläranlage Neustrelitz fallen ca. 2000 t Originalsubstanz Klärschlamm an.
Bisher wird der Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen entsorgt, was zunehmend gesetzlich beschränkt wird. Für die Ausbringung von Klärschlamm wurden schärfere Grenzwerte und kürzere Ausbringzeiten festgelegt. Nach dem Ablauf gesetzlicher Übergangsfristen ist die landwirtschaftliche Ausbringung kaum noch möglich. Als Alternative bleibt nur die Verbrennung von Klärschlamm. Aber auch diese Verbrennungskapazitäten sind in Deutschland nur begrenzt möglich. Auf die letzten öffentlichen Ausschreibungen der Stadt Neustrelitz zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung hat sich nur noch einen Anbieter für die Zeit bis 2020 beworben.


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