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Neustrelitz gegen Einsatz von Glyophosat und Neonicotinoiden


In Neustrelitz dürfen künftig auf von der Stadt verpachteten Flächen keine glyphosathaltigen Herbizide und Neonicotinoid-Insektizide mehr eingesetzt werden. Selbst verwendet die Stadt schon seit vielen Jahren bei der eigenen Bewirtschaftung von Flächen, wie Plätzen, Gehwegen und Grünanlagen, keine derartigen Mittel mehr. Jetzt sollen auch die Pächter stadteigenen Landes bei der Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Flächen und Gartenanlagen darauf verzichten. Dies gilt auch für die Straßenreinigungspflichtigen. Die Stadtvertretung stimmte am 1. Februar mehrheitlich einem entsprechenden Antrag der Fraktion PuLS/FDP/Grüne zu. Damit ist Neustrelitz neben Rostock einer der Vorreiter in MV beim Verbot der Totalherbizide und Insektizide, die für das Artensterben und den alarmierenden Rückgang der Insektenbestände mit verantwortlich zu sehen sind und deshalb stark in öffentlicher Kritik stehen.  

Beschluss berührt 800 Hektar Fläche und knapp 2000 Kleingärten

In Neustrelitz soll beim Abschluss neuer Pachtverträge für städtische landwirtschaftliche Flächen und Gärten und bei der Verlängerung von Pachtverträgen eine entsprechende Klausel in die Verträge eingefügt werden. Diese Vorgabe wird auch bei Verträgen umgesetzt, die eine automatische Verlängerung für den Fall vorsehen, dass keine Kündigung erfolgt. Der Beschluss der Stadtvertretung berührt eine Fläche von rund 800 Hektar, darunter rund 267 Hektar Ackerland. Hinzu kommen die Flächen der meisten der 2000 Kleingärten in der Stadt. Für das den vollständigen Verzicht von Glyphosat auf straßenbegleitenden Grünstreifen und nicht versiegelten Gehwegen wird eine entsprechende Regelung in die Straßenreinigungssatzung aufgenommen. Auf versiegelten Flächen ist der Einsatz gesetzlich verboten.

Der Grünen-Stadtvertreter Falk Jagszent begründete den Beschlussvorschlag seiner Fraktion. „Ich hoffe, dass die Landwirte mitmachen wollen.“, erklärte er.  „Unabhängig von der Frage nach gesundheitlichen Risiken – Glyphosat gilt als Krebs erregend - ist eine drastische Reduktion des Glyphosateinsatzes aus ökologischen Gründen geboten, um den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft zu stoppen. Dem Verlust an totgespritzten Wildkräutern folgt eine reduzierte Artenvielfalt entlang der Nahrungskette - bis hin zu Säugetieren und Vögeln. 30 Prozent aller Vögel der Agrarlandschaft stehen bereits auf der Roten Liste der bestandsbedrohten Tierarten. Glyphosat ist außerdem ein Wasserschadstoff. Gelangt er in Bäche, Flüsse und ins Grundwasser, wird er dort zum Problem für Wasserlebewesen. Besonders empfindlich reagieren Amphibien auf Glyphosat: Ihre Embryonalentwicklung wird gestört, viele Kaulquappen sterben.“ Glyphosat wird in Deutschland nicht fachgerecht und zu häufig eingesetzt. Die biochemischen Eigenschaften von Glyphosat machen Pflanzen krankheitsanfälliger und reduzieren die Verfügbarkeit von Nährstoffen. In der Folge sind wiederum erhöhter Pestizideinsatz und Düngung erforderlich.

Hinsichtlich der Neonicotinoid-Insektizide verweisen die Stadtvertreter auch auf einen aktuellen Artikel im GEO-Magazin, der die schädlichen Auswirkungen auf Bienenvölker und andere Insekten erläutert. „Die Neonicotinoide sind mindestens beteiligt am gegenwärtig zu beobachtenden Rückgang der Insektenbestände, der mittelfristig nicht nur die in der Nahrungskette der von ihnen abhängigen Arten bedroht, sondern auch die Bestäubung von z.B. Obstbäumen massiv gefährdet.“, heißt es in der Beschlussbegründung.

Weitere Informationen:
http://www.geo.de/magazine/geo-magazin/15815-rtkl-tatort-wiese-pestizide-und-das-ende-unserer-insekten

 

  


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