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Veranstaltungen in Neustrelitz anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2018


Film und Gespräch: „Wir sind Juden aus Breslau“

Am Vorabend des Holocaust-Gedenktages zeigt das fabrik.kino, Sandberg 3a ,  am Freitag, dem 26. Januar, um 20 Uhr den Kinodokumentarfilm „Wir sind Juden aus Breslau - überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933“ von Karin Kaper und Dirk Szuszies. Regisseur Dirk Szuszies wird anwesend sein.

Diese Kinodokumentation ist ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt. Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft. Die Protagonisten des Films sind Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heymann, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg sowie eine deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und Wrocław.
Die Dokumentation wurde mit dem Deutsch-Polnischen Kulturpreis Schlesien 2017 und der Ehrenmedaille der Europäischen Kulturhauptstadt Wroclaw ausgezeichnet und weltweit auf bedeutende Filmfestivals eingeladen.
Anita Lasker-Wallfisch, eine der wichtigsten Protagonisten im Film, wird am 31. Januar bei der Holocaust-Gedenkfeier im Deutschen Bundestag die Rede halten.
www.judenausbreslaufilm.de


Eindringliches Dokumentarstück „Die Wannseekonferenz“

So unfassbar es klingt, hier wurde an einem Tisch über den schrecklichsten Völkermord in der menschlichen Geschichte debattiert. Nach historischen Dokumenten, den Konferenz- Protokollen und den Aussagen beim Prozess gegen Eichmann in Jerusalem hat Paul Mommertz das Stück rekonstruiert. Durch seine Rationalität zeigt der Text deutlich die Grausamkeit des Systems und des Beschlusses über den Massenmord an Millionen von Menschen. Ein erschreckendes, aber auch eindringliches Zeugnis über die Gräuel der NS-Herrschaft.
Am 20. Januar jährt sich der Termin der Wannseekonferenz zum 76. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Landestheater das Dokumentarstück von Paul Mommertz über die verhängnisvolle Konferenz, bei der die Durchführung des Holocaust besprochen wurde, erneut auf der hiesigen Bühne: Landestheater Neustrelitz: Donnerstag, 25.Januar, 19:30 Uhr / Freitag, 26. Januar, 10 Uhr


Kranzniederlegung am Mahnmal in der Marienstraße

Am Sonnabend, dem 27. Januar, findet anlässlich des Holocaust-Gedenktages um 10 Uhr eine Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus in der Marienstraße statt. Die Stadt Neustrelitz erinnert an die durch den Nationalsozialismus ermordeten Juden, unter ihnen auch zahlreiche jüdische Mitbürger aus Neustrelitz und Altstrelitz. Der 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland der gesetzlich verankerte Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz.  Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt.

 

 


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