Kranzniederlegung, Ausstellung und Theaterstück zum Holocaust-Gedenktag

15.01.2010, Neustrelitz

Am Mittwoch, 27. Janaur 2010, findet aus Anlass des Holocaust-Gedenktages um 10 Uhr eine Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem Marienplatz statt.

Am Abend präsentiert die Theater und Orchester GmbH eine Wanderausstellung der Forschungs- und Gedenkstätte Yad Vashem Jerusalem im Landestheater Neustrelitz:

"Ein beschwerlicher Weg"
Samuel Bak ? 60 Jahre künstlerisches Schaffen

Die Ausstellungseröffnung findet  um 18 Uhr im Rangfoyer des Landestheater Neustrelitz statt.
 
Im Anschluss wird um 19:30 Uhr die letzte Vorstellung der Inszenierung "Jubiläum" von George Tabori im Marstall Neustrelitz gespielt und ein Zuschauergespräch angeboten.  

Die Ausstellung ist im Landestheater Neustrelitz vom  Montag, den 25.1., bis Sonntag, den 9.2. 2010  zu sehen. Sie ist täglich von 11 bis  16 Uhr und eine Stunde vor den Vorstellungen geöffnet.
Der Besuch der Ausstellung zu anderen Zeiten sowie Führungen sind möglich.

Kontakt:
Andrea Schulze
Theater- und Konzertpädagogin
aschulze@landestheater-mecklenburg.de
0160-90304697 

Zum Inhalt der Ausstellung:

Die retrospektive Ausstellung der Werke des Künstlers Samuel Bak wurde vom Kunstmuseum der Gedenkstätte Yad Vashem zusammengestellt und zeigt Reproduktionen seiner Werke. Die Dokumentation zeigt das unstete, unruhige Suchen des Künstlers Samuel Bak nach seiner Vergangenheit, nach den Möglichkeiten, Erinnerungen bildlich festzuhalten. Seine Kunstwerke spiegeln seine über 60 Jahre andauernde Auseinandersetzung mit dem Holocaust wider,  von seiner frühen Malerei als Kind bis zur Entwicklung seiner eigenen Sprache, bei der er Elemente des Surrealismus mit jüdischen Symbolen verbindet.
 
Samuel Bak erzählt in seinen Werken Geschichte(n), deren Ausgangspunkt die eigene, mit den Erfahrungen der Shoha verbundene Geschichte ist.  Zum Ausdruck kommt ein persönlicher Weg des Schmerzes, transformiert in universelle Themen, die dem Holocaust und dessen Folgen innewohnen. Die Vergänglichkeit alles Existenziellen steht im Zentrum seiner symbolträchtigen Landschaften, Porträts und Stillleben. Samuel Baks Werke zeugen von Schrecken und Verwüstung, Traurigkeit und Leere, sie zeigen aber auch eine Welt voller Sehnsucht und Ironie. Das Thema der Erinnerung und das Verblassen der Erinnerung steht im Zentrum der inhaltlichen Auseinandersetzung des Künstlers und Holocaustüberlebenden Samuel Bak.

Zum Inhalt des Theaterstückes:

Ein junger Mann - der Jürgen - beschmiert Grabsteine: Hakenkreuze überall. Da plötzlich treten Figuren aus dem Dunkel :  die Toten. Sie klettern aus ihren Gräbern, vertreiben den Mann und sitzen in der braunen Soße. Sie haben nur ihren Witz, um sich zu retten. Das jüdische Paar Arnold und Lotte Stern, die behinderte Nichte Mitzi, der Friseur Otto, ein Transman, und seine Frau, der Homosexuelle Helmut - sie alle sind tot, ermordet oder in den Tod getrieben in der Gegenwart, in Deutschland. Sie haben nur eine Chance auf Frieden -  und die liegt hinter ihren Erinnerungen oder bei uns: Wenn Jürgen nicht mehr schmiert. Ihre Geschichten und Erinnerungen, ihre Spiele fangen uns ein, sie sind einzigartig, grausam und voller Liebe, schrecklich heiter, lebendig. Nicht politisch korrekt, aber moralisch entkrampfend. Eine Liebeserklärung der Toten an das Leben.



 




Weitere Informationen:
Stadt Neustrelitz, Pressestelle, Petra Ludewig, Markt 1, 17235 Neustrelitz
Tel. 03981-253110, Fax: 03981-205443
email: presse@neustrelitz.de

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