,,Die Strelitzie und ihre abenteuerliche Geschichte

„Über die Strelitzie gibt es viel Neues zu berichten", sagte der Kieler Journalist Karl-Ernst Jipp, als er Bürgermeister Andreas Grund am 5. Dezember 2006 das erste Exemplar der Neuauflage seines Buches ,,Die Strelitzie und ihre abenteuerliche Geschichte" überreichte Seit dem ersten Erscheinen des Buches vor elf Jahren ist Jipp auf eine Fülle weiterer wissenswerter Fakten gestoßen. Auch aktuelle Ereignisse waren zu berücksichtigen. So hat er den Text völlig überarbeitet und um mehrere Kapitel ergänzt. Die Zahl der Seiten des Buches wurden um 32 auf 96 erweitert und die Zahl der Abbildungen verdoppelt. Von Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, der zu Ehren der Botaniker Joseph Banks eine exotische Blume aus Südafrika 1773 in London mit ,,Strelitzia reginae" benannt hatte, ist jetzt ein schönes farbiges Bild enthalten, auch von ihrem Gatten, dem englischen König Georg III., der sie 1761 geheiratet hatte. Wesentlich detaillierter ist auch das Leben von Sophie Charlotte dargestellt, von der Verlobungsfeier in Neustrelitz und der Überfahrt nach England bis zu ihrem Wirken als Königin und Mutter von 15 Kindern. Ebenso sind die Expeditionen des Pflanzenjägers Francis Masson nachzulesen, der die Strelitzie in der Kap-Provinz entdeckte und per Schiff nach London schickte. Der Bezug zur Neuzeit wurde hergestellt, als der Botanische Garten Kirstenbosch bei Kapstadt 1996 Staatspräsident Nelson Mandela ehrte, indem er die hellgelbblühende Strelitzien-Varietät ,,Kirstenbosch Gold" in ,,Mandelas Gold" umbenannte. Kirstenbosch, wo alle fünf Arten der Strelitzie gehalten werden, ist ausführlich beschrieben, auch der Lebensweg von Nelson Mandela, der das Ende der Apartheid erreichte und 1993 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
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Einen Schwerpunkt des Buches bildet Neustrelitz, wo die Strelitzie 1822 zum ersten Mal auf deutschem Boden blühte. Die besondere Beziehung der Neustrelitzer zur Strelitzie wurde dadurch herausgestellt, dass sie am 28. September 1995 zur offiziellen Stadtblume der früheren herzoglichen Residenzstadt erklärt wurde. Großen Anklang in der Bevölkerung fand ein ,,Strelitzienfest" mit Kür einer ,,Strelitzienkönigin", das am Pfingstsonntag 2006 erstmals gefeiert wurde. Überdies hat sich ein ,,Verein Strelitzie Neustrelitz" gebildet, der mit Ulrich Spanka als 1. Vorsitzenden eine Strelitzienskulptur nach dem Entwurf des Wustrower Metallgestalters René Winter realisieren will. Dafür werden in Neustrelitz, unter anderem in der Touristinformation und in der Sparkasse zurzeit Spenden gesammelt; 15000 Euro sind bereits zusammen gekommen. Die Angaben im Buch über Hohenzieritz und Mirow sind aktualisiert worden. Schließlich wird eine Themensammlung zur Strelitzie beschrieben, die im Laufe der Zeit bei Jipp entstanden ist. ,,Es ist unglaublich, wo einem überall das Strelitzienmotiv begegnet, in der Kunst und im Film, auf Keramik, Textilien, Büchern und Postern, nicht zuletzt auf Briefmarken", sagte Jipp. Inzwischen ist die Schau bereits im Jahre 2000 in Schloss Weikersheim (Baden-Württemberg), 2001 in Schwerin, 2004 in Schloss Mirow sowie 2002 und 2006 in Neustrelitz gezeigt worden. |
Bürgermeister Andreas Grund zeigte sich begeistert über die umfassende Neuauflage des Buches. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass Sie mit dem druckfrischen ersten Exemplaren wiederum sofort nach Neustrelitz gekommen sind. Das Buch ist wie die Blume selbst ein wahrer Schatz“, sagte er. Im Außenmarketing der Stadt werde die Strelitzie weiterhin eine wichtige Rolle spielen. „So können wir auf sympathische Art Aufmerksamkeit für unsere Stadt und die Region erwirken“, so der Neustrelitzer Bürgermeister. Neben der Aufstellung der Strelitzie als Kunstskulptur plant die Stadt Neustrelitz die weitere Einbindung dieses Symbols in das Stadtbild. So beabsichtigt der Bürgermeister auch offiziell Kontakt nach Los Angeles aufzunehmen, wo die Strelitzie wie in Neustrelitz Stadtblume ist. (Aus: STRELITZER ECHO, 16.12.2006) Karl-Ernst Jipp: Die Strelitzie und ihre abenteuerliche Geschichte, 96 S. mit 15 Abbildungen, ISBN 3-927763-07-1, Bertelsen-Verlag, Kiel, Preis 14,80 Euro.